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Reisebericht Abu Dhabi & Dubai 2004
Die Fakten:
Fakten:
17.3.2004 bis 25.3.2004
Zubringer Eurowings ab Leipzig![]()
Lufthansa ab München
Abu Dhabi Hilton
32° Durchschnitt Tag
21° Durchschnitt Nacht
Währung: Dirham
MEZ + 3 Stunden
Diesmal begann unsere Reise ab München. Sie sollte uns bis nach Abu Dhabi tragen, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Wir waren in freudiger Erwartung der bevorstehenden Reise. Doch vor dem Abheben hat Allah den Leipziger Flughafen gestellt. Von dort aus sollte uns ein Zubringerflug bis München bringen. Lasst mich zu diese Thema nur soviel sagen. Die Leipziger tun mir Leid. Anstatt einen zwei Kilometer langen Terminal, bei dem sich der Checkin auf der einen und die Abflughalle auf der anderen Seite befindet. Anstatt diesen Terminal mit lauter kompetentem Personal voll zu stopfen. Anstatt die Parkplätze fünf Kilometer vor den Terminal zu bauen, ohne Zubringer. Anstatt die Parkgebühr auf schlappe 60 Euro pro Tag zu schrauben. Hätten Sie doch lieber ein großes Loch gebuddelt und mit einem Bulldozer alles hinein geschoben. Schöne Grüße nach Leipzig von dieser Stelle noch mal. Nun wie auch immer, wir sind nach einer Stunde Flug mit einem "perfekt" schallisolierten Flugzeug völlig taub in München gelandet. Kann uns das die Laune versauen? Natürlich nicht! Aber bitte zerstört diesen Flughafen.
Ab hier begann der angenehmere Teil der Reise. Lufthansa und Emirates fliegen täglich von München oder Düsseldorf nach Dubai. Der Flug dauert dabei hinzu fünf Stunden und auf dem Rückweg dann etwa sechs Stunden. Beim nächsten Dubai Besuch werde ich jedenfalls mit Emirates fliegen. Der Schweinefraß bei der Lufthansa ist ja schon fast lebensgefährlich. Und so wie ich die Emirate kennen gelernt habe, schlagen die auch mit Ihrer Fluggesellschaft den Service der deutschen um längen. Schade das die deutschen Optimierungsidioten Stück für Stück alles was mal Qualität besaß kaputt sparen. Ein paar Reisende in den V.A.E waren schwer angetan von Emirates. Und für die Flugängstler unter euch. Die Emirates hat neuere und besser gepflegte Flugzeuge als die Lufthansa.
In Dubai gelandet fing es erstmal an zu regnen. Was allerdings nur alle 3-5 Jahre vorkommen soll. Schon komisch wie das Schicksal so spielt. Langsam aber sicher glaube ich nicht mehr daran, dass ich an einem Sonntag geboren bin. Der Regen verzog sich aber schnell und ab diesem Zeitpunkt schien nur noch die Sonne. Außer Nachts! ;-)
Nach dem CheckOut fuhren wir mit dem Jeep von Dubai nach Abu Dhabi was ungefähr 150 Kilometer sind. Entlang der Küste und einer immer gleichen Landschaft. Sand, Sand, Sand. Also wer mal sehen möchte wie eine Große Menge "Nichts" aussieht, der sollte unbedingt mal hier herkommen. Auch war hier von der Wüste nicht viel zu sehen. Zumindest nicht von der Wüste die man sich so vorstellt. Weder Dünen noch irgendwelche Hügel waren zu erkennen. Die Küstenlandschaft ist wirklich Öde und trostlos. Aber in den V.A.E der einzig besiedelbare Raum. Und so bauen die Mümmelmänner hier Ihre Häuser und Betriebe. Wenn in den Arabischen Emiraten etwas gebaut wird dann kommen einfach 100 Schieberaupen dremmeln den Sand beiseite und Schwupp die Schwupp steht da ein neues 50-stöckiges Haus. Und in den Emiraten gibt es eine Menge Schieberaupen. In meinen Augen die wohl größte Baustelle die ich je gesehen habe. Vielleicht auch nur weil man so weit gucken konnte.
In Abu Dhabi angekommen konnten wir endlich unser Zimmer beziehen. Und spätestens jetzt bekam ich so eine Ahnung das ich mit meinen Flossen und meiner Taucherbrille sowie dem Schnorchel im Gepäck in diesem Land irgendwie falsch bin. Unser Hotel lag im Prinzip mitten in der Stadt. Zwar mit Blick zum Meer aber dazwischen hat Sheik Mohammed bin Shouk al Rashid eine 6-Spurige Strasse bauen lassen.
Sein Volk dankt Ihm dafür sehr. Nur als
Erholungsuchender Touri ist man auf der Suche nach etwas anderem. Diese neue
Straße führte dann direkt zum neu erbauten Sheik Mohammed bin Shouk al Rashid
Einkaufszentrum. Unser Zimmer hatte also direkten Blick auf IKEA. Für ein Ruhe
verwöhntes Bauernblut wie mich dann doch ein herber Rückschlag. Immerhin sind wir
zu Hause zum Badeurlaub aufgebrochen. Tja, selbst Schuld, ich hätte eben auch mal die
Hotelbeschreibung lesen sollen. Zu meiner Entlastung möchte ich noch sagen das
in den Emiraten fast alle Hotels mitten in der Stadt liegen. Für die Leute hier
ist das ein Zeichen von Fortschritt. Die Großstadtbewohner unter euch wissen
sicher was die damit meinen. Zudem ist wer hier einen Badeurlaub am Meer machen will
sowieso nicht gerade am richtigen Platz. Der Persische Golf ist sehr
salzig so dass man auch ohne Schwimmbewegungen über Wasser bleiben kann.
Allerdings
leidet die Fauna unter Wasser darunter sehr. Es gibt hier einfach
nichts zu sehen. Ich denke auch, dass die Wasserqualität ein bisschen zu wünschen
übrig lässt. Schließlich liegen fast alle Strände die man nutzen kann mitten in
der Stadt. Der sichtbare Teil des Dreckes stört irgendwie beim Schwimmen. Der
unsichtbare Teil macht kleine rote Punkte auf der Haut die lustig jucken. Wir
haben uns daher zum Baden meistens in der Poollandschaft des Hotels aufgehalten,
welche absolut in Ordnung war.
Bis auf diesen kleinen Rückschlag ist die Emirate aber ein geiles Reiseland. Über das Wetter braucht man sich keine Gedanken zu machen. Die Hitze ist auch erträglich. Da selbst bei 35° im Schatten, durch die trockene Luft, kein Schwitzen einsetzt. Die Organisation von Reiseaktivitäten ist beispiellos. Die Mümmelmänner geben sich bei allem was Sie tun sehr viel Mühe. Sie scheuen auch keine Kosten was man oftmals an der Rechnung sehen kann. Ansonsten gibt es noch zu erwähnen das in den V.A.E. öffentlich nirgends Alkohol ausgeschenkt wird. Wie in keinem Land des Islam. Auch Kippen oder ähnliches bekommt man hier nicht zu sehen. Sie sind genauso unsichtbar wie Radfahrer und Hunde. Warum es keine Radfahrer gibt kann ich mir mit der Fahrweise der Leute hier noch erklären. Aber Hunde, warum es die nicht gibt. Keine Ahnung. Und ja, das Abendessen war wirklich Pork, Beef and Chicken. Wer also Alkohol trinken will muss sich in den Hotels des Landes bewegen. Das machen hier nicht nur die Touri’s so. Nein, auch die Einheimischen kommen gern in die Diskos die so manchem Hotel angeschlossen sind. Was aber überall zu haben ist, sind die total leckeren Wasserpfeifen. Für mich als Ex-Raucher eine willkommene Gelegenheit dem damals so geliebten Hobby einen Besuch abzustatten. Desweiteren muss man sagen, dass durch das trockene Klima fast keine Insekten vorhanden sind. Also Personen denen sonst die Viecher im Sommer auf den Sack gehen, die werden sich hier wohl fühlen.
Da uns der Badespasses nun ein bisschen versaut wurde, mussten wir nun unseren Tagesplan ein wenig umstellen. So haben wir uns entschlossen eine Wüstensafari zu machen. So trafen wir uns am späten Nachmittag. Ein paar Franzosen und ein älteres Ehepaar warteten bereits. Als unser Chauffeur kam und seinen ersten Eindruck hinterlassen hat, wollte das ältere Ehepaar doch lieber auf einen anständigen Fahrer warten. Schön für uns. So hatten wir mehr Platz. Die Fahrt dauerte noch eine Stunde bis in die Wüste. Eigentlich ist ja überall Wüste, aber die riesigen Dünen die man so kennt gibt es wie schon erwähnt nicht überall.
In den Dünen angekommen lassen die Jeepdriver erstmal die
Luft aus den Reifen. In dieser Zeit hat man gut Zeit sich ein wenig die Beine zu
vertreten. Wir taten das an einem Abhang. Wir scherzten ein wenig darüber, dass
dieser Hang so steil wäre, dass man selbst zu Fuß diesen nicht mehr erklimmen
könnte. Außerdem machten wir uns Gedanken welchen Weg durch diese Einöde unser
Fahrer den nun wählen würde. Schliesslich ist alles was man sieht loser Sand zu
riesigen Dünen aufgetürmt. Mittendrin Treibsand und Kamele die da einfach so
rumlatschen. Kaum war die Luft raus aus der Karre saßen wir auch
schon wieder im Auto. Unser Driver Mohammed wies uns freundlich darauf hin, dass
wir den Gurt benutzen sollten. Komisch nur, kurz vorher bei 180 auf der Autobahn war Ihm das
egal. Und es kam was kommen musste, unser Fahrer Mohammed, sonst ein
freundlicher, zurückhaltender und ruhiger Mensch, gibt Gas und schießt mit uns
erst einmal den Abhang hinunter den ich nicht mal zu Fuß hätte bewältigen können. Wer
nun glaubt das schlimmste überstanden zu haben, der irrt gewaltig. Es gibt Dünen
die sind bis zu 400 Meter hoch und vor allem tief. Die Durchschnittsgeschwindigkeit, mit
der unser zum Dämon mutierte Mohammed durch den Wüstensand brauste, lag bei
ungefähr 120 km/h. Eine Achterbahn mit Todeslooping ist dagegen Pille Palle. Da
ich in Physik immer gut aufgepasst hatte, blieben mir einige Fahrmanöver ein
Rätsel der Natur. Das ganze dauerte in etwa eine Stunde. Für manchen der
Mitreisenden ungefähr 59 Minuten zulang. Brechreiz war demnach auch eine meiner
ersten französischen Vokabeln die ich erlernte. Nach dieser Fahrt gab es noch die
Gelegenheit sich mit dem Jeep auf eine riesige Düne bringen zu lassen und mit
dem Dune-Ski wieder abwärts zu surfen. Allerdings bin ich mit diesem Gerät sehr
ungeschickt und so funktionierte das ganze nicht so toll. Aber Laune macht es
allemal. Vor allem wenn man stürzt und mit dem Gesicht nicht in den Schnee
sondern in den Sand fliegt. Echt lecker, knirscht nur ein wenig zwischen den
Zähnen. Danach kam dann noch in einem Beduinenlager der Sonnenuntergang,
Abendessen, Wasserpfeife und Bauchtanz. Der Sonnenuntergang war Scheiße, das
Abendessen Gift, die Wasserpfeife lecker und der Bauchtanz überflüssig. Übrigens
sahen wir in diesem Beduinenlager auch das ältere Ehepaar wieder, welches wir
beim Start zurückgelassen haben. Beide liefen mit grünen Gesichtern durch das
Lager. Scheint so als hätten beide bei Ihrer Suche nach einem besseren Fahrer kein
Glück gehabt. Tja, Allah ist groß und mächtig. So endete ein toller und lustiger
Tag.
Da wir ja nun einmal in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren wollten wir natürlich auch Dubai sehen. Abu Dhabi ist zwar die Hauptstadt der U.A.E., aber der Tourismus steckt hier noch in den Kinderschuhen. Dubai dagegen ist wesentlich lebendiger, toleranter und vor allem grüner. Ein Aspekt der in dieser Einöde zunehmend an Bedeutung gewinnt. Allerdings haben die Mümmelmänner in Dubai wie auch in Abu Dhabi und sonst überall überhaupt keinen Geschmack. Wer in diesem Land etwas baut, würfelt den Bauplatz anscheinend aus. So passiert es dann, dass die Gebäude für das europäische Auge nun überhaupt kein bisschen zusammen passen. Alles sieht wie hingeschissen aus. Und ich dachte immer Berlin ist hässlich. Hat man sich an diesen Anblick erst mal gewöhnt gibt es hier Unmengen zu entdecken. Die einzelnen Dinge haben schon Ihren Reiz wenn man Sie nur getrennt betrachtet. Riesige Einkaufsmärkte von denen allein die Spielzeugabteilung so groß wie unser Dorf ist. Und das hat immerhin 80 Einwohner. Man hat das Gefühl das es hier einfach alles geben muss. Und so ist es auch. Labile Menschen sollten Ihre Kreditkarte vorher zerschneiden. Die Preise sind moderat. Manche Dinge kosten etwa nur die Hälfte bis zu einem Drittel dessen was es in Deutschland kostet. Dazu gehören Kleidung, Schuhe, und Sportartikel. Brillen kosten sogar nur 25% dessen was Sie in Deutschland kosten. Mit medizinischen Linsen dauert die Anfertigung 1 Tag. Wer mal Zuhause eine Brille gekauft hat weiß diesen Umstand zu schätzen. Außerdem ist hier Gold sehr billig. Und Dubai besitzt den wohl größten Goldmarkt der Welt. Die Klunkern hängen hier nur so rum. Genau wie dubiose Uhrenhändler. Einer davon war während unseres Besuches in Dubai unser Begleiter. Ein kleiner fetter Jordanier dessen Namen ich leider nicht mehr weiß. Sein Lieblingssatz lautete „ Kommen sie, Kommen Sie liebe Gäste!“ Was Ihn aber nicht daran hinderte uns kurz vor seinem Feierabend lautstark zusammenzuscheißen. Eventuell hat sein niederes Gemüt nicht ertragen das wir seine „total echten Cartier-Uhren“ für schlappe 30 Euro nicht kaufen wollten. Oder das keiner der Mitreisenden den „total billigen“ Goldschmuck von seinem Kumpel dem Belgier kaufen wollte. Aber vielleicht lag es auch daran das niemand Interesse an den preiswerten Gewürzen seines Haus- und Hofhändlers hatte. Abgelehnt wurden außerdem Kaufangebote für Einfamilienhäuser, Firmen und Autos. Ein lustiges Männchen dieser Jordanier der uns den Tag angenehm gestaltete.
Zum Mittagessen sind wir dann in das Burj el Arab. Dem
angeblich exklusivsten Hotel der Welt. 7 Sterne sollen es wohl sein. Eines muss
ich zugeben. Das Bauwerk selbst ist wirklich imposant. Und sieht man mal von den
Preisen ab die für eine Übernachtung gezahlt werden müssen ist dieses Hotel der
wirklich beste Platz in Dubai. Geiler Strand, Geiles Essen und sämtliche
Sportmöglichkeiten die einem einfallen. Wer diese Exklusivität etwas preiswerter
haben möchte sollte im Jumeira Beach Hotel einchecken. Dieses Hotel steht gleich
neben dem Burj und bietet das gleiche zu besseren Preisen. Außerdem hat man aus
dem Restaurant
des Burj einen fantastischen Blick auf Dubai und den persischen
Golf. Neben dem Burj schieben die Mümmelmänner gerade eine riesige Insel ins
Meer. Sie soll die Form einer Palme bekommen die sogar vom Mond noch zu sehen
sein soll. Darauf bauen Sie dann kleine Hütten von denen jede mindestens eine
Million Dollar kosten soll. Leider sind die Hütten angeblich schon alle weg.
Schade! Aber die Stadt war
mir ja sowieso schon immer zu laut.
Die Rückfahrt nach Abu Dhabi war dann eine willkommene Erholung nach einem anstrengenden Tag. Übrigens braucht man in den V.A.E kein Aufblendlicht am Auto. Die Mümmelmänner haben hier jede Straße mit Flutlicht ausgerüstet. Selbst die kleinste Nebenstraße leuchtet taghell. Strom und Sprit sind hier eben billig. So ist das eben, wenn man nur einen Schnorchel in den Dreck pieken muss ein bisschen pumpen und schon haste beides. Öl und Strom. Eines steht jedenfalls fest wenn irgendwie möglich werden wir von nun an einmal im Jahr nach Dubai fliegen. Von Januar bis März sind hier immer Super Shopping Wochen. Und bei der Kohle die man spart ist das Ticket und eine Woche Sonne mit drin. Wer mit kommen will braucht es nur zu sagen.
Fazit: Die V.A.E sind ein besonderes Reiseland. Badeurlaub ist nur beschränkt möglich und sollte nicht der primäre Reisegrund sein. Man hat meistens das Gefühl in eine reichere Gesellschaft gereist zu sein. Aus diesem Grund haben die meisten Dinge hier auch Ihren Preis. Dubai und Abu Dhabi sind keine Reiseziele für Schnäppchenjäger. Auch Rucksack Tourismus ist etwas schwieriger durchzuführen. 90% des Landes bestehen aus Wüste. Diese ist zu Fuß nicht zu durchqueren und öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum. So geht das Reisen schnell ins Geld. Das trockene Klima ist fantastisch. Bei mir waren sämtliche Erkältungserscheinungen innerhalb von 4 Tagen verschwunden. Die Atemwege waren anderes als in Europa völlig trocken. Ein Zustand den ich in meinem ganzen Leben noch nicht hatte. Man hat das Gefühl in diesem Land niemals Schnupfen oder ähnliches bekommen zu können. Ansonsten ist noch zu erwähnen das Dubai für den gemeinen Europäer das wesentlich bessere Reiseziel ist. Die Stadt ist wesentlich weltlicher als Abu Dhabi. Und wer hier die Mümmelmänner nicht als Mümmelmänner bezeichnet wird hier einen schönen Urlaub verbringen können.
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Stand: 13. September 2004